Kleiner Staat ganz groß
Katars neuer Flughafen setzt auf Superlative – größte Mediamesh-Fassade weltweit eingeweiht
Mit Riesenschritten nähert sich einer der größten und modernsten Flughäfen der Welt seiner Vollendung. Am 18. Dezember, Nationalfeiertag im quadratmetermäßig kleinen Golfstaat Katar, weihte die königliche Familie von Katar das zukünftige internationale Drehkreuz für den Luftverkehr der Region ein. Als Vorzeigeprojekt in puncto Größe, Design und Energieeffizienz setzt der New Doha International Airport (NDIA) auf viele spektakuläre Superlative. Einer davon ist die weltweit größte Mediamesh®-Fassade der GKD – Gebr. Kufferath AG (GKD) im Hauptterminal. Insgesamt werden dort an fünf strategischen Stellen 1.100 Quadratmeter Mediamesh® die Blicke der Passagiere auf sich lenken, ohne die freie Sicht aus den Lounges in das Terminal zu beeinträchtigen. Der erste 25,4 x 8,6 Meter große, voll videofähige, gewebte Screen mit integrierten LEDs hängt bereits an der Innenfassade. Vier weitere Paneele folgen in den nächsten Monaten.
2022 ist die Halbinsel Katar im Persischen Golf Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft. Getrieben von dem ehrgeizigen Ziel, die Vorgängerländer zu übertreffen, will das Emirat bis dahin eine gigantische Infrastruktur erschaffen. Im Zentrum steht das Verkehrswesen mit neuer Metro, Eisenbahn und dem bislang 14 Milliarden US-Dollar teuren Neubauprojekt des Großflughafens NDIA. Als einer der ersten Airports weltweit wurde er auf die Erfordernisse des Airbus 380 – dem größten Passagierflugzeug der Welt – ausgelegt. Nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts werden hier ab dem kommenden Jahr 24 Millionen Passagiere und 1,3 Millionen Tonnen Gesamtfrachtvolumen jährlich transportiert. Jeden Tag werden rund 900 Flugzeuge auf den beiden parallel liegenden, überlangen Rollbahnen starten und landen stündlich bis zu 8.700 Passagiere das neue, 510.000 Quadratmeter große Hauptterminal durchqueren. Um die Passagierströme ohne Wartezeit zu bewältigen, ist maximale Leistungsfähigkeit gefragt. Auf einer Fläche so groß wie 50 Fußballfelder gewährleisten nach Abschluss der ersten Bauphase 40 Gates die schnelle Abfertigung der rund 70.000 täglich erwarteten Passagiere. Bis zur Fußball-WM wird die Zahl der Gates verdoppelt, um dem erwarteten Andrang der Fans aus aller Welt gerecht zu werden.
Cooler Durchblick
Die enorme Publikumsfrequenz macht das Airportterminal zu einem idealen Werbestandort. Fünf Mediamesh®-Screens in der Haupthalle nutzen dieses Kontaktpotenzial und unterstreichen zugleich den hohen Anspruch der Planer an Design und Nachhaltigkeit. Die transparente, gewebte Edelstahlkonstruktion erlaubt nicht nur den ungehinderten Blick von den Lounges in die Haupthalle, sondern zeigt mit ebenso leuchtstarken wie energieeffizienten LEDs Werbebotschaften und Live-Einspielungen von Veranstaltungen.
Komplette Verantwortung
Die optische Leichtigkeit und Transparenz des Systems entsprach dem Wunsch der Gestalter, die räumliche Weite und durchgängige Dachkonstruktion des Hauptterminals zu betonen. Da die Glasfassade nur begrenzt Lasten aufnehmen kann, bedeutete der Lastabtrag eine zusätzliche Herausforderung für die Spezialisten von GKD. In der Rolle des Komplettanbieters trug der weltweit führende Hersteller gewebter Lösungen und Systeme auch die Gesamtverantwortung für die Werkplanung und Montage der Unterkonstruktion und Gewebe. Die eigens für dieses Großprojekt gegründete Tochtergesellschaft GKD Qatar gewährleistete den reibungslosen Ablauf mit einem permanent vor Ort anwesenden Projektmanager. Um den gewünschten filigranen Gesamteindruck der Konstruktion zu unterstreichen, erfolgte die Befestigung der großformatigen Gewebepaneele mit Fusiomesh NG, einem speziellen, patentierten Klebeverfahren. Da die Displays an den Innenfassaden montiert werden, mussten keine Windlasten berücksichtigt werden. Zur feierlichen Einweihung im Dezember 2011 ist der erste Bauabschnitt des Großflughafens NDIA nach den Worten des Flughafen-Geschäftsführers, Abdul Aziz Al-Noaimi, zu rund 80 Prozent abgeschlossen. Bedingt durch die damit verbundene bauliche Verzögerung kam deshalb bislang erst ein Mediamesh®-Panel im Hauptterminal zum Einsatz. Dieses knapp 230 Quadratmeter große Paneel vermittelt aber bereits einen faszinierenden Eindruck von der Wirkung des transparenten medialisierten Gewebesystems.











